© cbl ascona, CH-6612 Ascona

I   DE   I   EN   I   IT   I   FR   I

 Site Map

cbl_logo
logo_edu

SCEF 017

http://www.eduqua.ch

Leitbild + Geschichte


L E I T B I L D

  1. Organisation
    Unter dem Namen „centro del bel libro ascona” (nachstehend kurz „centro“ genannt) besteht ein Verein im Sinne von Art. 60 ff des Zivilgesetzbuches. Zur Erreichung seines Zweckes führt er in Ascona eine permanente Weiterbildungsschule (nachstehend kurz Schule genannt). Zur Sicherung finanzieller Bedürfnisse besteht eine Stiftung Centro del bel libro (nachstehend kurz „Stiftung“ genannt).
     
  2. Auftrag und Zielsetzung
    Das centro fördert die gestaltende, handwerkliche Buchbinderei und aller dazu dienlichen Techniken. Deshalb führt es eine permanente Weiterbildungsschule mit den beiden Fachbereichen „Bucheinband und Gestaltung“ und „Buch- und Papierrestaurierung“. Neben der Überlieferung früherer Einband- und Fertigungstechniken entwickelt die Schule neuzeitliche handwerkliche Buchbindemethoden und restauriert Papiere und Bucheinbände.
    Das centro organisiert Kurse, Vorträge und praxisorientierte Seminare. Zusätzlich veranstaltet es Wettbewerbe und Ausstellungen.
    Das centro unterstützt die Berufsverbände in der Aus- und Weiterbildung von Fachleuten in der handwerklichen Buchbinderei und
    vermittelt die entsprechenden handwerklichen Techniken an weitere interessierte Kreise.

     
  3. Grundhaltung
    Sämtlichen beteiligten Personen des centro werden, unabhängig ihrer Herkunft, des Geschlechts oder sonstiger Bedingungen, die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre eigene Entfaltung geboten.
     
  4. Zusammenarbeit
    Das Verhältnis des centro zu allen Ansprechgruppen ist partnerschaftlich. Es pflegt einen kooperativen und partizipativen Führungsstil. Es arbeitet mit Zielen und Konzepten und schafft Voraussetzungen, damit die gemeinsam formulierten Ziele wirksam umgesetzt werden können.
     
  5. Mitarbeitende
    Alle Mitarbeitenden in der Schule sind Fachleute, die in der gestaltenden und handwerklichen Buchbinderei sowie in der Buchrestaurierung entsprechend ausgebildet sind. Es wird dabei Wert gelegt auf berufliche und menschliche Weiterentwicklung sowie auf fundierte Fachberatung. Kompetenzen werden so weit wie möglich delegiert und es wird Raum geboten für eigenverantwortliches und kreatives Handeln.
     
  6. Finanzierung
    Das centro wird zur Hauptsache durch Kursgelder, Mitglieder- und Gönnerbeiträge finanziert. Die Förderung durch den Bund und den Kanton Tessin sowie die Stiftung tragen dazu bei, dass niemand aus wirtschaftlichen Gründen vom Besuch der Weiterbildungskurse ausgeschlossen ist.
     
  7. Öffentlichkeitsarbeit
    Das centro pflegt einen aktiven Kontakt zu allen möglichen Ansprechgruppen und zur Öffentlichkeit und fördert die Zusammenarbeit mit Fachpersonen, Fachinstitutionen und anderen Stellen. Es kommuniziert sein Angebot regelmässig, wirkungsvoll mit verschiedenen Medien und informiert so periodisch über Aktivitäten und Neuerungen.
     
  8. Qualität
    Das centro erfüllt seinen Auftrag bedürfnisorientiert, wirkungsvoll und ökonomisch. Die Qualität seiner Leistungen werden systematisch überprüft. Es erkennt und reagiert auf die sich wandelnden Bedürfnisse und fördert die Weiterentwicklung.


    Ascona, im Februar 2009

top


G E S C H I C H T E

centro del bel libro ascona (cbl)

Via Collegio – 6612 Ascona

Wie alles begann

Im Sommer 1965 begann die Geschichte des centro del bel libro in Ascona in der Passagio San Pietro mit der Eröffnung der Legatoria artistica durch Josef Stemmle. Der Zürcher Buchbindereiunternehmer verwirklichte seine Idee, einer breiten Öffentlichkeit das Buch näher zu bringen. Drei Punkte waren ihm dabei besonders wichtig: Die Förderung des Buches im Allgemeinen, die Förderung des schönen und gepflegten Buches und die Weiterbildung der Fachleute. Schluss mit Arbeiten im stillen Kämmerlein! Der Gründer schuf die Buchbinderei im Schaufenster, wie er die Legatoria artistica bezeichnete.

Nicht ohne Grund wählte Josef Stemmle den weltbekannten Ferienort Ascona als Domizil seiner Institution. Das südländische Flair des Kantons Tessin macht Besucher aufgeschlossen für neue Eindrücke, insbesondere der künstlerischen Art. Hier, entschied er, sei der richtige Ort, um Menschen zu begeistern und für das schöne Buch und den gut gestalteten Bucheinband zu werben. Als Ergänzung zur Legatoria artistica entstand in der Via Sacchetti in Ascona die Galleria del bel libro, in der künstlerisch gestaltete und handgebundene Bücher ausgestellt wurden. Zu der Trilogie Ascona gehörte damals auch die Papierschöpferei. Dort begann der Entstehungsprozess bibliophiler Bücher. Als Beispiele seien hier nur „Der Pfauenstrauch“  von Werner Bergengruen und „Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten“ von Johann Wolfgang von Goethe genannt.

Stemmles drittes Anliegen fasste 1968 Fuss in einer Institution: Im Lokal über der Galerie etablierte sich unter der Leitung von Martin Jaegle die Schule für die Weiterbildung der Buchbinder. Nun wurde aus der Trilogie Ascona das centro del bel libro. Diese Kombination aus Buchbinderei, Papierschöpferei, Galerie und Schule war weltweit einzigartig.

Leider zwangen wirtschaftliche Veränderungen Josef Stemmle, sich 1978 vom centro del bel libro zu trennen. Der „Verein der Buchbindereien der Schweiz VBS“ sprang ein und betrieb die Fachschule als Instrument der beruflichen Weiterbildung auf hohem Niveau weiter. Die Legatoria artistica und die Papierschöpferei wurden vom neuen Schulleiter Hugo Peller in eigener Regie weitergeführt; auf die Galleria del bel libro musste leider verzichtet werden. Um die Institution breiter abzustützen, wurde der „Verein centro del bel libro“ gegründet, der eine breite Basis von Freunden und Gönnern des schönen Buches vereinigt. Die Stiftung gleichen Namens gibt der Schule finanziellen Rückhalt. Diese wäre dennoch ohne Unterstützung und Förderung der öffentlichen Hand nicht lebensfähig.

Das cbl und seine Fachkräfte

Bestrebt seinem hohen Anspruch gerecht zu werden, reagiert das centro del bel libro
auf die Wünsche von Schülerinnen, Schüler und Fachleuten. Die grosse Nachfrage nach Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereiche Buchrestaurierung führte 1982 zum Beschluss, diesem Gebiet einen eignen Fachbereich zu widmen. Als Fachbereichsleiterin konnte Julia Puissant, eine ausgewiesene Fachkraft, gewonnen werden. Dank dem grosszügigen Entgegenkommen der Kirchgemeinde Ascona konnten in deren Liegenschaft „Casa Beato P. Berno“ in der Via Collegio im Herzen von Ascona schrittweise die erforderlichen Schulräume eingerichtet und erweitert werden. Die Papierschöpferei wurde in die Schule integriert. In Zusammenarbeit mit der Firma Biberist wurden diverse Büttenpapier-Kurse angeboten.

Edwin Heim, der erste Schüler am centro del bel libro, tauschte 1984 die Seiten. Er löste Hugo Peller ab und wurde Leiter des Fachbereiches Bucheinband und Gestaltung. Vorher hatte er bereits als Atelierleiter unter Josef Stemmle und Hugo Peller die Legatoria artistica geführt. Durch Berufserfahrungen in Kopenhagen, Philadelphia, Easthampton und einem Studienaufenthalt an der Ecole Supérieure Estienne in Paris hat er sein Können und Fachwissen erweitert und vertieft. Der Prix Paul Bonet, weitere Auszeichnungen und die Aufnahme in die Vereinigung „Meister der Einbandkunst“ zeugen von seiner meisterlichen Handfertigkeit und seinem präzisem Umgang mit Material, Farbe und Form. Mit viel Einsatz und Kompetenz leitet er schon seit über zwanzig Jahren den Fachbereich Bucheinband und Gestaltung.

1998 trat die deutsche Buchbindemeisterin Renate Mesmer an die Stelle von Julia Puissant. Nach langjähriger Berufserfahrung in der Restaurierwerkstatt des Landesarchiv Speyer und eigenem Buch- und Restaurierungsstudio begann Renate Mesmer ihr Wissen an Lernende des centro del bel libro weiter zu geben. Bis Ende 2003 profitierte der Fachbereich Buch- und Papierrestaurierung und das centro del bel libro im Gesamten von ihrer fachlichen und sozialen Kompetenz und ihrem Elan. Als Nachfolger und neuer Fachbereichsleiter wurde der staatlich anerkannte Restaurator Henrik Rörig im Februar 2004 eingestellt. Vor seiner engagierten Lehrtätigkeit hat er an der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden gearbeitet.

Vielfältigkeit & Maxime

Die Kurse werden weitgehend in deutscher Sprache durchgeführt. Teilweise, nach Absprache oder von Gastdozenten werden Kurse auch in Englisch gegeben oder mit Erläuterungen in einer der Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch oder wenn nötig Deutsch ergänzt. Das ausführliche und in diesen vier Sprachen erhältliche Jahresprogramm orientiert diesbezüglich.

Diese Vielsprachigkeit ermöglicht es, weltweit Lernende anzusprechen. Das centro del bel libro ascona ist stolz darauf, dass über 3'000 Interessenten aus 40 Ländern in den vergangenen 40 Jahren Kurse besucht haben.

Ebenso freut sich das centro del bel libro ascona
seit 2004 eduQua-zertifiziert zu sein und somit das schweizerische Qualitätszertifikat für Weiterbildungsinstitutionen tragen zu dürfen

Wir sind aufgerufen, den Goodwill, welchen das cbl geschaffen hat und den positiven Eindruck, den das cbl ausstrahlt, weiter zu entwickeln. Wir wollen den Lernenden beweisen, dass sich eine Weiterbildung auch in Zukunft und für die Zukunft immer lohnen wird.

Ganz im Sinne der Erinnerung an der fünften Internationalen Konferenz über Erwachsenenbildung der UNESCO in Hamburg:

„Erwachsenenbildung ist mehr als ein Recht;
sie ist ein Schlüssel zum 21. Jahrhundert.“

 
cbl PR Ressort


top